October 27, 2018
Laufen hat seine Pflichtaufgabe erfüllt
ein Artikel vom RegioSportal Nordwestschweiz | Edgar Hänggi

Ohne an die zuletzt starken Leistungen gegen Bucheggberg und Koppigen anknüpfen zu können siegte der EHC Laufen im wichtigen Heimspiel gegen Rot-Blau Bern-Bümpliz verdient mit 5:2. Damit gönnt man sich am Dienstag in der Laufner Eishalle gegen Leader Zunzgen-Sissach ein Spitzenspiel!

Das Gesicht von Trainer Christof «Boffi» Amsler verhiess nichts Gutes für die Spieler, als er mit für ihn ungewohnt finsterer Miene und entschlossenen Schrittes zur zweiten Pause die Treppe hinab Richtung Garderobe steuerte. «Ja, ich wurde für meine Verhältnisse richtig laut. Das musste ich, denn im Mitteldrittel wurde alles andere gespielt als wir es in der ersten Pause nach der 3:0 Führung besprochen hatten. Es war eine gefährliche Situation, denn uns allen war klar, dass wir diesen Match gewinnen mussten.»

Zwei Shorthander zu Beginn!

Solche Aussagen mögen erstaunen, im erst dritten Saisonspiel. Aber wer die Ausgangslage kennt, kann sie verstehen. Für die acht Playoff-Plätze kommen diese Saison nur neun Teams infrage. Hörte man sich in der Gruppe etwas um, so sahen alle ein Duell zwischen Laufen und Rot-Blau um eben diesen letzten Platz – die Ränge eins bis sieben waren eigentlich aufgrund der Einschätzung der Teamstärken vergeben. So sah es anfangs auch Amsler. Aus dem Grund kam diesem Match eben auch so grosse Bedeutung zu. Sein Team hatte im Startdrittel denn auch das Kommando übernommen. Auch beflügelt durch den Erfolg gegen Koppigen ging man selbstbewusst in die Zweikämpfe. Aber die Spieler spürten wohl auch etwas den nahenden Wintereinbruch, denn die zuletzt diszipliniert auftretenden Laufentaler nahmen in dieser Partie 24 Strafminuten – gegen deren 10 der Gäste. Nur, was sich in der Regel negativ auswirkt, wurde gegen die Berner zum Vorteil. In der neunten Minute kassierte Roger Stähli die erste Strafe des Spiels. 16 Sekunden vor Ablauf der Strafe kam Louis Maillard in Besitz der Scheibe, schickte Adrian Laubacher und der Routinier traf zum 1:0. Mit einem Shorthander in Front zu gehen ist ja nicht ohne. Wenig später wanderte Stephan Bucher in die «Kühlbox» und man ahnt es… Jetzt kam Laubacher an den Puck und bediente Maillard, der auf 2:0 erhöhte. Das wird auch nicht so oft vorkommen, dass ein Team gleich die ersten beiden Tore mit Shorthandern erzielt. In der 17. Minute verwertete Laubacher ein Zuspiel von Stähli gar zum 3:0. Ein resultatmässig perfektes Drittel.

Berner hätten konfuses Laufen beinahe bestraft

Gut gelaunt kehrten die Laufner zum Mitteldrittel aufs Eis zurück. Amsler warnte jedoch, man müsse aufpassen, gerade auch, weil man wegen einer Strafe mit einem Spieler weniger beginnen musste. Nach 57 Sekunden wanderten gleich zwei weitere Einheimische auf die Strafbank, wo langsam eine Druggete entstand. Die Gäste liessen sich nicht zweimal bitten und nutzten durch Olivier Gurtner die doppelte Überzahl. In Schwung gekommen, wurden die Gäste immer besser. Folge: in der 25. Minute erzielte Lukas Kaufmann den Anschlusstreffer. Laufen spielte in diesem Mitteldrittel konfus. Mal ging es hin, dann wieder her. Es war fast so, als ob man sich in der Overtime befände. In der 37. Minute bekamen die Zuschauer dann auch noch eine Box-Einlage zu sehen. Die Schiedsrichter waren gnädig bei den Strafen. Allerdings musste sich Stähli eine blutende Wunde behandeln lassen. Für das Schlussdrittel war unerwartet wieder Spannung eingekehrt.

Laufen wieder erholt

Im Schlussabschnitt sah man dann fast wieder das «alte» Laufen. Konzentriert und diszipliniert besann man sich darauf den Sieg zu holen. In die Karten spielte auch der frühe Treffer von Stähli nach 69 Sekunden zum 4:2. Der nahm den Bernern die Luft aus den Segeln. Nachdem Laufen die einzige Strafe im dritten Drittel problemlos überstand, konnte man selbst in Überzahl spielen. Auf Pass von Roger Kottmann beförderte Marc Grünig, der seinen Geburtstag feierte, die Scheibe dann zum 5:2 in die Maschen und das wars dann. Laufen durfte sich über den Sieg freuen und hat jetzt sechs Punkte Vorsprung. Am Dienstag (20.30 Uhr) empfängt man Zunzgen-Sissach, den virtuellen Leader. «Heute war das zweite Drittel richtig schlecht von uns. Darüber wird dann auch noch gesprochen. Auf das Spiel gegen ZS werden wir uns nicht anders vorbereiten. Wir müssen und dürfen uns nicht an ZS orientieren. Die spielen sozusagen eine Liga höher. Wir schauen auf uns, aber sollte sich eine Gelegenheit ergeben, werden wir natürlich versuchen etwas zu machen. Ich will einfach nicht nochmals so eine Klatsche wie letzte Saison, als sie uns hier in Laufen gleich 13:1 demütigten. Dafür müssen wir auf Strafen möglichst verzichten», so Amsler.

Das Interview mit Adrian Laubacher von Matchblatt:

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